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Crotalus molossus nigrescens PDF Drucken E-Mail

Schwarzschwanz- Klapperschlange, GLOYD 1936


Lebensraum


Crotalus molossus nigrescens bewohnt das Zentral- Mexiko bis auf eine Höhe von 2000 meter. Auch auf der Insel Tiburon soll sie heimisch sein.
Wir haben das Glück genau zu Wissen woher unsere Tiere stammen, da die dreiergruppe Wildfänge vom vorherigen Besitzer selber gefangen und Importiert wurden und die zweiergruppe Nachzuchten von Wildfängen sind, die ebenfalls selber Importiert wurden. 
Die Adulte dreiergruppe (bezeichnet mit A) sind von Perote, Veracruz, Mexiko (1500m ü. M.) Die Elterntiere der zweiergruppe, NZ von 2010, wurden aus Huizache, San Luis, Mexiko (bezeichnet mit B) gefangen und Importiert.
Beide leben in total verschiedenen Habitate was das ganze durchaus sehr Interessant gestaltet. Auch das aussehen Variert zwischen den beiden Gruppen.
Die dreiergruppe A  kommt aus einem Gebiet welches mit Laub- und Eichenwäldern durchzogen ist. Auch Graslandschaften sind vorhanden. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und die Tagestemperaturen liegen zwischen 24- und 31°C die auch in der Nacht noch leicht über 20°C liegen. Veracruz
Die Gruppe B, das Päärchen von 2010 kommt aus Huizache, San Luis Potosi, Mexiko und lebt vorwiegend in einer trockenen Gegend mit einer Dornen- Buschlandschaft und Savanne. Obwohl trockener, sind die Temperaturen eher etwas tiefer als in Veracruz.  
Karte


Haltung A


Die dreiergruppe aus Perote lebt mittlerweilen nach der Quarantäne zusammen in einem Terrarium, dessen Einrichtung einem Stück Wald oder Waldrand nachempfunden ist. 6 bis 8 cm Torfersatz  als Bodengrund leicht mit Sand aufgelockert. Eine Wurzel als Versteck sowie Korkrinden am Boden, eine feuchte Ecke mit Moos und auch Klettermöglichkeiten auf eine Ablage, die  aus einen grossen Rindenstück besteht und unterhalb eines Spots liegt. Schon nach 5 Tagen lag das erste Tier unterhalb des Spots um sich aufzuwärmen. Auch das ständige Rasseln bei der kleinsten Störung vertummte mehr und mehr. Das ganze Terrarium wurde noch mit diversen Kunststoffpflanzen ausgeschmückt die den Tieren zusätzlich noch Geborgenheit durch den Sichtschutz geben. Natürlich darf auch eine Wasserschale nicht fehlen. Anhand des Lebensraum, Perot liegt auf 1500 Metter über Meer, sollten die Tiere zum einen auch eine entsprechende Nachtabsenkung bekommen und zum anderen auch nicht im ganzen Terrarium zu hohen Temperaturen ausgesetzt sein. Deshalb gibt es einen Spot der auf eine Ablage gerichtet ist, damit die Wärme von der Ablage wieder zurück nach oben geht. So haben wir in einem Terrarium von 120cm Höhe zwischen der Ablage in der Höhe und Boden bis zu 6°C Temperaturunterschied, ausser im Jahrhundert- Hochsommer bei einer Raumtemperatur von fast 30°C. Da hilft nur noch das Ausschalten der gesamten Beleuchtung. Auch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit am Morgen durch das Sprühen von handwarmem Wasser schadet keinesfalls. Auch diese Gruppe werden wir über den ersten Winter zusammen im Terrarium lassen und schauen wie es geht.
Beim Füttern verhalten sich die Tiere ganz unterschiedlich. Einmal wird die Maus oder Ratte gebissen und sofort wieder losgelassen, ein anderes mal wird das Futter im Maul behalten. Meistens reicht es wenn wir ein Tier herausnehmen und in einer Box zum Füttern separieren. Die anderen zwei werden dann im Terrarium gelassen. Die frischtoten Futtertiere werden ohne Probleme angenommen. Es sind recht gierige fresser und verspeisen ohne Probleme bis zu 3 Futtertiere hintereinander. Wenn sie könnten würden sie vermutlich noch mehr nehmen. Doch mehr gibt es so nach ca. 3 Wochen wieder.

HaltungB


Die zwei Jungtiere aus Huizache halten wir noch in Boxen zur Aufzucht. Als Bodengrund haben sie ein Gemisch aus Sand und Erde. Auch die zwei sind verfressen, doch mehr als eine maus pro Woche gibt es noch nicht. Beide kommen schon in die zweite Häutung. Sie haben es etwas heisser am Tage und gesprüht wird einmal die Woche.  

Giftwirkung und Symptome


Das Gift von nigescens wird vermutlich gegenüber der Nominatform nicht wesentlich anderst sein, deshalb schreibe ich hier das gleiche wie bei molossus molossus auf.

Toxin

 

Die Toxine sind meist thrombinähnliche Enzyme; proteolytische Enzyme, Kollagenasen und Hyaluronidasen, RN- und DN-ase, 5 Nukleoidase
Phospholipase A2; Phosphomonestherase 

Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:

Autopharmakologische Gifteffekte

  • Übelkeit und Erbrechen
  • wiederkehrende Episoden arterieller Hypotension und Tachykardie; unter anderem erhöhte Kapillarpermeabilität mit Flüssigkeitssequestration in den Extravasalraum und direkte hypotensive Giftwirkung

Lokale Gifteffekte

  • Schmerzen
  • ausgedehnte Schwellung
  • Ekchymosen
  • hämorrhagische Blasen

Hämostatische Gifteffekte

  • Generalisierte Ekchymosis
  • systemische Blutung
  • Koma
  • Meningismus

Therapie

  • Flüssigkeitssubstitution
  • Behandlung der Hypovolämie/ des hypovolämischen Schocks


Antivenin

  • CROFAB oder Antivipmyn aus Mexiko, welches sich noch besser eignen könnte.


Wirkung des Antivenin

Bezüglich der Entwicklung von Nekrosen hat die Gabe von Antivenin keine Wirkung.
Wirkung zeigt es jedoch für hämostatische Gifteffekte. Blutungen werden gestoppt.


Erste Hilfe

  • Notarzt und Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren
  • Seiten- oder Schocklagerung
  • Keine Kompressionsbinde anlegen, gebissenes Körperteil jedoch sehr ruhig halten, eventuell Schienen
  • Schneiden ist Sache des Arztes

(Notfall-Handbuch Gifttiere, Th. Junghanss + M. Bodio 1996)

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